Troschenreuther Mundarttheater e.V.
Sonntag, 5. September 2010

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Pressespiegel
Nordbayerische Nachrichten, 08.03.2010

Mitreißende Omas in schwarzer Komödie

Englischer Krimi begeistert Troschenreuther Zuschauer - Witzige Songs und pfiffiger Tanz

Es ist ein Abend, der viel Freude bringt: Das Mundartspektakel «Sex, Arsen und harte Stühle». Da ist es nicht nur ein Genuss, das begeisterte Flirten von fünf Damen zu erleben oder immer wieder ihre Schminkkunst zu bewundern, von jung auf echt alt, sondern auch in den Dialekt einzutauchen, den Spaß am Witz zu spüren, die Überraschungsgags zu feiern.

TROSCHENREUTH - Dieses Feiern macht das Publikum sofort mit, egal ob es sich um die 15 Kinder gleich vorn in der ersten Reihe handelt oder um die Honoratioren hinten, von Pfarrer Franz Reus bis zu Kaplan Andreas Seliger.

Die Zuschauer juchzen, sobald Kommissar Manfred Popp eintritt. Sie begrüßen Sargträger Hans-Georg Hagen frenentisch, der mit Helmut Dettenhöfer stotternd die Mordfälle einpackt. Sie schreien fast auf vor Freude, als Karin Wiesend plötzlich aus ihrer blendend gespielten Rolle als gebeugte Dorfoma aufwacht und gelenkig den Gift-Tanz mimt: Kippt sie das Arsen in den Kaffee und mordet?

Große Erfolge

Diesen Tanz bieten alle alten Damen umwerfend, jede das bisschen Arsen feiernd, das diesen Kommissar in ihr Haus lockt, den angebeteten Junggesellen, den sie vernaschen wollen. Und das ist auch gleich die Geschichte dieser schwarzen Komödie, die vor 50 Jahren in England so große Preise einheimste: Sechs Seniorinnen vergucken sich in einen Kommissar gegenüber von ihrer Wohnresidenz.

Sie locken ihn mit einem ersten und zweiten Mord in ihre Zimmer. Mit einem Inspektor (Jan Madalsky) und einer Reporterin (burschikos und fröhlich: Paula Bauer), die ihnen in die Quere kommt (und später auch mal umgelegt wird), versucht er die Aufklärung, kommt aber nicht weit. Sogar als er denkt, es ist alles geregelt, ruft ihn wieder ein Notfall in ihre Mitte.

Regisseur Wolfgang Hempfling zieht die Geschichte zügig durch. Es bleiben nur minimale Längen, leicht zu vernachlässigen. Und er baut kurz und schön witzige Songs ein, dazu den Tanz der Oldies.

Diese alten Damen (Daniela Förster, Kerstin Vogel, Sabine Deak, Beate Neukam, Kathrin Götz, Karin Wiesend) spielen so übertrieben ihr Dahinschmachten, ihre Raffinessen, wie es nur ein Mundarttheater kann. Eine besondere Leistung bieten Karin Wiesend - sie spielt, als sei sie die geborenen Alte - und Kathrin Götz. Ihre Mimik ist etwas Besonderes.

Wandlungsfähig im Ausdruck

Kommissar Manfred Popp bekommt am Schluss, als alle Schauspieler spontan mit Rufen bedacht werden, einen extra großen Schwung der Begeisterung. Er, der am Anfang gar nicht so passend für die Rolle zu sein schien, hat jetzt nicht nur die Herzen der Seniorinnen gewonnen, sondern auch das des Publikums - durch seine Begabung im Gesichtsausdruck, durch seine Wandlungsfähigkeit vom normalen Kriminaler zum Verliebten.

Sein Inspektor hat zwar nur eine Nebenrolle, legt die aber mit viel Verve hin. Jan Madalsky ist für die nüchterne Beurteilung der Sachlage zuständig. Er erläutert seinem Chef: «Du hast deine Chancen bei den Damen unterschätzt, Sunnyboy!»

Abschließend bleibt nur noch ein Lob für die gute Kostümwahl aller Seniorinnen und für ihre faszinierende Schminke, von Silke Beck arrangiert. Das aufgetragene Latex für die Falten auf Wangen und Stirn ist allerdings mühevoll zu entfernen. «Nachher müsste uns der Theaterverein eine Schönheitsoperation bezahlen», stöhnte eine Darstellerin im Scherz.

THOMAS KNAUBER

Weitere Aufführungen am 12./13. März, 19./20. März und 26./27. März, immer um 19.30 Uhr im Roten Ochsen.

© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

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troschenreuth.de, 08.03.2010

Mord im Harem des Kommissars

Spritzige Premierenvorstellung des Mundarttheaters vor ausverkauftem Haus

Dicht gedrängt verfolgten die Besucher gebannt die Premiere des neuesten Stücks des Troschenreuther Mundarttheaters „Sex, Arsen und harte Stühle“. Der Andrang war so groß, dass sogar die Stühle ausgingen und einige Gäste dem Geschen im Stehen folgten. Die lokale Politprominenz um Landrat Hermann Hübner und Bürgermeister Manfred Thümmler war ebenso zugegen wie die örtliche Geistlichkeit mit Pfarrer Franz Reus und Kaplan Andreas Seliger.

Die Handlung der englischen Kriminalkomödie von C.B. Gilford ist eigentlich schnell  zusammengefasst: Sechs ältere Damen, mit dem Attribut ‚alter Jungfern’ nicht unpassend  beschrieben, langweilen sich in ihrem gemeinsamen Alterssitz und haben sich deshalb den attraktiven Mittvierziger Georg Braun von Gegenüber als Objekt ihrer Begierde auserkoren. Braun ist von Beruf Kriminalkommissar im Morddezernat und ansonsten Junggeselle. Da der Kommissar auch auf die offen zu Schau getragenen Avancen der Damen nicht reagiert, hecken die sechs einen perfiden Plan aus, um den Angebeteten ins Haus zu bekommen. Nur Schade, dass nicht alle Damen das Vergnügen einer näheren Bekanntschaft bekommen werden.

Manfred Popp als Kommissar Georg Braun hat das Publikum von Beginn an im Griff. Er braucht nur als völlig ahnungs- und ratloser Polizist über die Bühne zu gehen, schon biegen sich die Zuschauer vor Lachen. Die Lösung des Falles von Beginn an vor Augen, verdrängt er das offensichtliche Motiv, nämlich seine Person, um Umständlich in falsche Richtungen zu ermitteln. Das erfordert natürlich drastische Maßnahmen seiner Verehrerinnen.

Die verbindet indes untereinander nur die gemeinsame Wohnung und das Schicksal, im Leben keinen Mann abbekommen zu haben. Ansonsten haben sie wenig gemein. Die egoistische Elisabeth, gespielt von Sabine Deak in ihrer ersten Rolle für das Troschenreuther Mundarttheater; die resolute Hausbesitzerin Hildegard (Katrin Götz), Fräulein Birdie (Kerstin Vogel), eine ständig in Ohnmacht fallende Jungfer; und Fräulein Amanda (Daniela Förster), der ruhende Pol im Haufen gackernder Hühner.

Dazu die einfach gestrickte Netti (Karin Wiesend), gerade aus und sich ständig verplappernd, sowie Fräulein Lucy (Beate Neukam), eine Dame, die gerne von Welt wäre und ständig von  ihrem Herbert schwärmt, der allerdings auch schon vor vierzig Jahren die Flucht ergriffen hat. Einziger Mittelpunkt des gemeinsamen Vegetierens ist Georg Braun, unermüdlich beim Fitnesstraining beobachtet per Fernglas. Unglaublich, was die Abteilung Maske, Silke Beck und Nadine Arnold, geleistet hat. Die faltigen Gesichter wirken authentisch, die Schauspielerinnen sind kaum wiederzuerkennen. Dennoch kommen Mimik und Gestik perfekt rüber, insbesondere die intensiven Grimassen von Fräulein Netti  sind ein fortwährender Quell für Lachsalven des Publikums.

Der Plan der Ladies beginnt zu wanken, als die Reporterin Paula Bauer (Karolin Buchfelder)  auftaucht. Sie kommt den Damen nicht nur rasch auf die Schliche, sie entwickelt sich auch zur ernstzunehmenden Konkurrentin. Im Gegensatz zum Kommissar verfällt Inspektor Kramer (Jan Madalsky) nicht dem geballten Charme der Damenriege, doch seine Warnungen treffen auf die tauben Ohren seines Chefs. Zu einem Kurzeinsatz kommt auch Andreas Sporrer, der den Polizisten Fuchs von der Spurensicherung mimt. Ansonsten ist er mit Carina Gilch und Werner Lehner für die Technik zuständig.

Das Mundarttheater hat viel in Licht- und Tontechnik investiert, verfällt aber nicht in die Versuchung, Technik vor Schauspielkunst zu stellen. Gedämpftes Rotlicht untermalt die spannenden Szenen; fetzige Musik begleitet die viel beklatschten Tanz- und Gesangseinlagen des betagten Sextetts. Für Heiterkeit sorgen auch Hans-Georg Hagen und Helmut Dettenhöfer in einer ‚tragenden Rolle’. Regie führten bei der kurzweiligen Komödie in bewährter Weise Wolfgang Hempfling und Nadine Arnold, unterstützt von Melanie Gilch.

Alle Schauspieler agieren wie aus einem Guss, die Dialoge sind spritzig, die Gesten stimmig. Das Publikum wartet gespannt, wer als nächstes dran glauben muss, reagiert überrascht und klopft sich
gleichzeitig vor Lachen auf die Schenkel. Wolfgang Hempfling hat das Stück auf die Anforderungen einer Mundartkomödie umgearbeitet, die Rollen wirken wie auf den Leib geschrieben. 'Mord im Harem des Kommissars', wie die Reporterin Bauer titelt, bietet insgesamt drei Stunden beste  Abendunterhaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Die nächsten Aufführungen stehen am Freitag, 12.03. und Samstag, 13.03.2010, jeweils um 19:30 Uhr im Gasthaus „Zum Roten Ochsen“ in Troschenreuth an. Karten gibt es unter  www.mundarttheater.de sowie bei der Buchhandlung Wöckel in Pegnitz. Weitere Termine sind 19./20.03. und 26./27.03.2010. 

Harald Saß
(C) 2010 www.troschenreuth.de

 
Nordbayerischer Kurier, 19.01.2010

Tiefe Falten statt Kosmetik

 
Frauen, so will es ein Klischee, fühlen sich geschmeichelt, wenn sie jünger aussehen, als sie sind. Betuchte – meist Filmschauspielerinnen – greifen da schon mal zum Schönheitschirurgen, zu Botox oder zu einem Sammelsurium an Kosmetik. In Troschenreuth scheint dies ganz anders zu sein, hier gehen die Uhren offenbar anders.
 
Am Wochenende gab es für sechs Troschenreuther Frauen einen Schmink- beziehungsweise maskenbildnerischen Kurs der ganz anderen Art: Sie wollten entgegen dem allgemeinen Trend zum Jugendwahn älter wirken, als sie sind – und zwar enorm älter.
 
Dabei handelte es sich auch nicht um pubertierende Teenies, die gerne das eine oder andere Jährchen älter wirken wollen, sondern um Frauen, die mitten im Leben stehen. Warum sich also älter machen? Wollen sie ihre Ehemänner schocken?
 
Nichts von alledem. Den Kurs mit der professionellen Maskenbildnerin Anja Schnatmann aus München, die unter anderem an der bayerischen Theaterakademie unterrichtet und auch Kurse für den Verband der bayerischen Amateurtheater veranstaltet, gab es für sechs Laiendarstellerinnen des Troschenreuther Mundarttheaters.
 
Das Stück, welches das Mundattheater im Februar auf die Bühne des Gasthauses Zum Roten Ochsen auf die Bühne bringt, heißt „Sex, Arsen und harte Stühle“ und ist eine schwarz-humorige Kriminalkomödie in bester englischer Tradition. Um die rabenschwarze Geschichte von C. B. Gilford aus dem Jahr 1957 mit dem Originaltitel „Bull in a China Shop“ aber authentisch zu spielen, braucht es dazu sechs ältere Damen, die in einer privaten Seniorenresidenz miteinander wohnen, streiten und sich gemeinsam in einen jüngeren Kommissar verlieben, der als Junggeselle gegenüber in der Straße wohnt.
Stellt sich die Frage, mit welcher Methode die Damen näher an den jungen, gut aussehenden Polzisten herankommen, der im Morddezernat arbeitet. Das Publikum wird es erfahren. Das Troschenreuther Mundarttheater hat nicht nur tief in die Tasche für die Genehmigung für die deutsche Fassung von F. Konerding gegriffen, sondern eben erstmals auch einen Kurs in Sachen Theatermaske für ihre Darstellerinnen durchgeführt.
 
Dabei konnten die Frauen des Laientheaters nicht nur viel Erfahrung im raschen „Älterwerden“ mit Schminkstift, Puder, Haarteilen und gegebenenfalls auch Latex sammeln, sondern sich allgemein Wissen von Maskenbildnerin Schnatmann aneignen, auch für künftige Theaterstücke.
 
Von Klaus Trenz
Nordbayerischer Kurier, 19.01.2010
 
troschenreuth.de, 29.09.2008

Auf 60 Mitglieder ist das Troschenreuther Mundarttheater angewachsen, so der erste Vorsitzende Wolfgang Hempfling bei der Mitgliederversammlung des Vereins. Besonders stolz sei er darauf, dass mehr als die Hälfte davon Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind. Der Schauspielnachwuchs sei mit Eifer bei der Sache, freute sich Hempfling.,

In den letzten beiden Jahren habe der Theaterverein bei den Aufführungen von "Prinzessin Europas göttlicher Sex" und "Jerry ist tot" jeweils mehr als 1000 Zuschauer zum Lachen gebracht. Die Jugendgruppe wagte sich an den "Rattenfänger" und hatte damit ebenfalls einen großen Erfolg. Die Gruppe wurde sogar zu einem Benefizauftritt nach Kulmbach eingeladen, berichtete Wolfgang Hempfling in seinem Rückblick. Nach dem Kassenbericht von Kassier Harald Saß, der ein positives Ergebnis vermelden konnte, wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet.

Die Neuwahlen gingen schnell und reibungslos über die Bühne. Wolfgang Hempfling und Karin Wiesend wurden in den Ämtern des Ersten und Zweiten Vorsitzenden bestätigt. Schriftführerin Nadine Arnold übernahm den Kassierposten, neue Schriftführerin wurde Melanie Gilch. Als Beisitzer in den Vorstand wurden Franziska Heieis, Karoline Buchfelder, Beate Neukam, Harald Saß, Jan Madalsky, Helmut Dettenhöfer und Heinz Rupprecht berufen. Als Kassenprüfer fungieren Daniela Förster und Manfred Popp.

Mit einer Auszeichnung für zehnjährige Bühnentätigkeit wurden von der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater in Franken drei Mitglieder geehrt. Nadine Arnold, Karin Wiesend und Wolfgang Hempfling spielten und führten Regie, wofür sie mit einer Urkunde belohnt wurden.

Die Mitglieder folgten dem Vorschlag von Wolfgang Hempfling, die Mitgliedsbeiträge anzupassen. Ebenso befürwortet wurde sein Antrag, den Kindergarten mit einer Spende zu unterstützen. Angebote für die Anschaffung einer neuen Tonanlage würden derzeit eingeholt. Die Anlage sei notwendig, um nicht ständig auf ausgeliehene Geräte angewiesen zu sein. Intensiv sei man derzeit dabei, mögliche Stücke für die neuen Aufführungen zum zehnjährigen Vereinsjubiläum im Frühjahr 2009 auszuwählen, so Hempfling.

 

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Nordbayerische Nachrichten, 02.06.2008

Tosender Beifall als Lohn

Troschenreuther Theaterjugend brilliert bei ihrer Premiere

Tosender Beifall im vollbesetzten Saal und erschöpfte, aber glückliche Kindergesichter auf der Bühne bildeten nach knapp zwei Stundenden Abschluss eines turbulenten Theaternachmittags.

 TROSCHENREUTH (hsa) - Die Jugendgruppe des Troschenreuther Mundarttheaters feierte eine mehr als gelungene Premiere des Stücks «Der Rattenfänger». Seit Februar proben 17 Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis vierzehn Jahren unter der Leitung von Karin Wiesend, Kerstin Vogel, Nadine Arnold und Wolfgang Hempfling.

In deren fachkundigen Händen hauchten die jungen Schauspieler der Geschichte um den bekannten Rattenfänger von Hameln neuen Schwung ein. Für die Troschenreuther neu arrangiert hatte das Stück der Pegnitzer Matthias Pflaum, der die Uraufführung seiner Version auch begeistert verfolgte.

Was die Theaterjugend aus der Sage gemacht hat, können die Mädchen und Jungen mit recht Stolz sein. Die von einer Rattenplage heimgesuchten Bürger von Hameln beauftragen den «geheimnisvollen Fremden» (brilliert in seiner ersten Hauptrolle: Julian Laier), die Ratten zu vertreiben.

Der Bürgermeister (Florian Heiland) lässt sich als Held feiern, verweigert dem Rattenfänger aber den vereinbarten Lohn und bringt seine Bürger dazu, den Fremden mit seiner Gefährtin Karamelchen (Franziska Heieis) aus der Stadt zu treiben. Doch die Freude über das gesparte Geld währt nicht lange, denn nicht nur Ratten folgen dem Rattenfänger nach, auch die Kinder der Stadt schämen sich für ihre Eltern und begleiten ihn zum Zauberberg, der ein besseres Leben verspricht. So fragen sich dann die Eltern musikalisch, wo die Kinder denn geblieben sind, bevor am Ende alle zusammen das Ziel eines freien und glücklichen Lebens besingen, begleitet von Harald Pischitz an der Gitarre. Die beiden Hauptdarsteller, Rattenfänger und Karamelchen, überraschen mit einer schwungvollen Darbietung jugendlicher Schauspielkunst. Freude, Enttäuschung, Wut und Glück sind in ihrer Mimik und Gestik deutlich abzulesen.

Nico Thiem treibt als König Ratz seine Rattenbande mit einer fetzigen gehenden Rap-Einlage in die Stadt, bevor er später einen rasanten Breakdance auf die Bühnenbretter bringt. Die kleinsten im Ensemble beklagen singend ihr Leid unter der tyrannischen Lehrerin und Bürgermeisterfrau (Lisa Dettenhöfer). Unter dem Protestgesang vom Doktor (Tobias Laier) und Marktfrau (Katharina Libor) windet sich die gierige Bürgermeisterfamilie (mit Melina Wiesend als verzogener Sohn) und sieht sich genötigt, das Angebot des geheimnisvollen Fremden anzunehmen, der zuvor von den resoluten Ordnungshütern (Kim Wolf und Natascha Libor) in den Fluss geworfen worden war, weil er sich nicht ausweisen konnte.

Auf dem Weg zum Zauberberg bestehen die Kinder (Ellena Arnold, Jana Dettenhöfer, Tina Laier, Roman Ramisch und Jana Thiem) allerhand Abenteuer. So tauen sie die erstarrte Eisprinzessin (Susanne Dettenhöfer) auf und vereinen sie mit ihrem in ein Ekelmonster verwandelten Bruder (Elena Beck). Schließlich finden alle den Weg zum Zauberberg und erkennen, dass man in der Gruppe mehr bewegen kann als alleine.

Gekonnt und selbstsicher spielen die Kinder ihre Rollen - ein Zeichen von geduldiger aber auch herausfordernder Regiearbeit der «großen» Theaterspieler des Mundarttheaters.

Nordbayerische Nachrichten, 02.06.2008

 
Nordbayerischer Kurier, 02.06.2008

Die coolsten Bühnenratten aller Zeiten 

Auf dem Weg in ein geheimnisvolles Land: Schauspielnachwuchs begeisterte vor vollem Haus

Die Ratten waren am Samstag in Troschenreuth los. Das bekannte Märchen „Der Rattenfänger“ wurde von der Jugendgruppe des Mundarttheaters erfolgreich auf die Bühne gebracht.
 
Trotz des warmen Wetters war im Saal des Roten Ochsen auch der letzte Platz gefüllt. Und die Aufführung, die mit einzigartiger Begeisterung der Kinder präsentiert wurde, hatte diese große Aufmerksamkeit auch verdient. Viele Wochen hatte der Schauspielnachwuchs unter der Leitung von Wolfgang Hempfling an „Der Rattenfänger“ geprobt, in den Pfingstferien sogar fast täglich. Kein Theaterstück, sondern vielmehr ein Musical war es geworden, da die Inszenierung mit vielen Liedern bestückt ist.
 
17 Kinder zwischen sieben und 14 Jahren agierten auf den Bühnenbrettern, darunter Julian Laier als Rattenfänger, Franzi Heieis als Kara Mellchen, Florian Heiland als Bürgermeister Bockwurst, Lisa Dettenhöfer als dessen Frau und Melina Wiesend als Sohnemann. Das Stück „Der Rattenfänger“ stammt vom englischen Autor Adrian Mitchell und wurde von Matthias Pflaum ins Deutsche übertragen. In der Stadt Hameln herrscht eine Rattenplage. Der Bürgermeister handelt nicht und die Bürger, die von ihm und seiner Familie drangsaliert werden, sind deswegen verärgert. Ein wütender Mob formiert sich und als der Bürgermeister schon fliehen will, erscheint der geheimnisvolle fremde Rattenfänger und bietet ihm seine Hilfe für 50 Taler an.
 
Großspurig verspricht ihm Bockwurst 1000 Goldtaler, wenn er die Ratten verschwinden lässt. Doch nach getaner Arbeit will er den Rattenfänger nicht bezahlen, gibt die Befreiung von der Plage als seine Arbeit aus und lässt sich als Held feiern. Den Rattenfänger lässt er aus der Stadt werfen. Die Kinder, die in der Akademie der Bürgermeistergattin nur gedrillt werden, finden diese Behandlung unfair und schließen sich dem Entschluss des Rattenfängers an, zum Zauberberg zu gehen, um in ein geheimnisvolles Land zu kommen, wo alle Menschen glücklich sind. Auf dem Weg dorthin erleben sie noch allerlei Abenteuer. Die besorgten Eltern versuchen ihnen zu folgen, und schließlich gelangen sie alle in das geheimnisvolle Land.
 
Neue Facetten
 
Obwohl fast jeder im Publikum die Geschichte vom Rattenfänger kannte, haben es die Troschenreuther geschafft, dem Stück neue Facetten zu geben. Eine zentrale Aussage: Wer sich um seine Kinder nicht kümmert, hat sie auch nicht verdient. Ein bisschen spitzbübischer Der Humor kam auch nicht zu kurz. So fügte der Bürgermeister an seine Beruhigungsrede für die Hamelner Bürger à la Manfred Thümmler ein „Glück auf“ an. Mit allerlei Liedern, darunter auch zahlreich solistische Einlagen und sogar Rapmusik, aber auch akrobatischen Breakdance wurde das Stück aufgelockert. Ebenfalls sehr gelungen, war auch die liebevolle Bühnendekoration, die ein prächtiges Bild der Stadt Hameln entstehen ließ. Mit „Der Rattenfänger“ setzten die Kinder der Jugendgruppe des Mundarttheaters hohe Maßstäbe für die nächste Zeit.
Und die coolsten Ratten, die jemals auf einer Bühne waren, hatten sie sowieso. Oder hat man jemals schon König Ratz, den Elvis der Kanalratten, rappen hörten? ich
 
Nordbayerischer Kurier, 02.06.2008 
 
Nordbayerische Nachrichten, 05.03.2007

Leichen pflastern Weg der reichen Städterin

Mundarttheater Troschenreuth bringt Krimikomödie «Jerry ist tot» mit pfiffigen Ideen und Witz auf die Bühne

TROSCHENREUTH - Wie bei einem Spiel die Mikadostäbe fallen, so fallen hier die Toten. Eine einzige Frau hat diese Leichen am Hals: Es ist die einst reiche Städterin, deren dörflicher Mann über Versicherungsbetrug zu Geld kommen wollte und dadurch eine ungeahnte Talfahrt auslöst.

Diese Frau wird anfangs fast hysterisch angesichts der Verwicklungen. Aber am Ende arrangiert sie die Leichen, als sei es ihr tägliches Geschäft. Den Entsetzensschrei ihres Hausmädchens tut sie ab: «Nix gewöhnt, die jungen Dinger!» Dieses Kriminalstück von Stefan Schroeder fiel in die Hände des Troschenreuther Mundarttheaters.

Das Team klemmte sich mit unglaublichem Einsatz hinter «Jerry ist tot!» und klebte schauerlich-schöne Musik dazu, Slapstick, klirrende chinesische Vasen und zerspringende Tassen. Ausgefeilt ist die Tontechnik und noch ausgefeilter das Zeichnen der Charaktere. Ausladende Perücken kommen zum Einsatz, die schrägsten Klamotten. Dazu das Typische des dörflichen Mundarttheaters, die kantigen Schauspieler mit ihrer Fähigkeit zum tiefen Granteln und zum echten Fröhlichsein, wovon der glatt gebügelte Städter schon weit entfernt ist.

Da ist zum Beispiel Helmut Dettenhöfer. Er spielt den abgelehnten Liebhaber der Dame und macht ihr so geil-tierisch den Hof, dass es nur noch Lacher gibt. Oder Katrin Götz als lauend-listige Nachbarin: Ihre ganze rundliche Figur spielt mit. Sie hat eine unschlagbare Mimik und nur manchmal einen kleinen Nachteil: Sie wiederholt spezielle Gesten zu oft.

Den Ehemann der mörderischen Hausdame gibt Wolfgang Hempfling. Er ist gleichzeitig der Regisseur, unterstützt von Nadine Arnold. Er muss in diesem elften Stück der Mundarttruppe nicht viel tun, weil er gleich am Anfang verunglückt. Auch am Schluss ist er schnell aus dem Spiel - aber das mit schlagartigem Effekt.

Sehr gute Visage

Mehr gefragt sind zwei Polizisten, gespielt von Manfred Popp und dem Nachwuchs Kilian Dettenhöfer. Bei Manfred Popp rätselt der Zuschauer immer wieder, wie es Hempfling gelang, so eine gute Visage als Kommissar zu finden.

Bei Kilian Dettenhöfer bewundert er das Erzittern des ganzen Kerls, bis zu den Backen, und seine Watson-artige Naivität. Nur manchmal müsste es Dettenhöfer vermeiden, sich zu tumb zu stellen. Das Gleiche gilt für das Hausmädchen Michaela Dürtler. Sie passt sehr gut für diese etwas versponnene, schon in der Jugend vertrocknete Jungfer, und macht dem Inspektor sehr gekonnt schöne Augen - aber manchmal hängt auch sie zu sehr im alten Stil der Mundartbühnen, die an sich einfache Dinge betont auswalzen, als käme das Publikum erst dann mit.

Sehr stilvoll, konsequent und mit attraktivem Minenspiel tritt Karin Wiesend als Vertreterin der Lebensversicherung auf. Ein ungelöstes Rätsel ist, was unter ihrem Zylinder verborgen steckt, dass es so leicht zur Spaltung einer ganzen Porzellanvase führt.

Witzige Ulknudel

Sie erntet genauso Szenenapplaus wie Karolin Buchfelder, die Tochter eines Bestattungsunternehmers (ungewohnt seriös: Heinz Rupprecht). Buchfelder ist eine überraschend gute Ulknudel mit persönlichen Gags und schräger Lispelei, dass sich die Zuschauer nur so biegen.

Zuletzt der Blick auf Beate Neukam, die reiche Städterin und ungewollte Mörderin, die am Ende, nach der x-ten Leiche, resigniert. «Dumm gelaufen!» sagt sie mit einem unnachahmlichen Ton, als es auch ihren Jerry weggeputzt hat. Diese Beate Neukam hat eine Riesenaufgabe: Sie muss vom Anfang bis zum Ende auf der Bühne sein, immer sprechen, immer trauern, immer tricksen - und sie schafft es, obwohl sie bis kurz vor der Premiere krank war.

Erschüttert wackelndes Kinn

Sie hat irgendetwas Tragendes in sich, eine Stärke, die kaum spürbar zusammenhält. Sie kommt auch schnell weg vom etwas zu Pastosen des Beginns, vom Über-Geschauspielerten, und müsste nur in einer Szene kürzen: Als sie ihr Telefon mit in den Garten nehmen will, damit keiner abhebt, wenn der tote Ehemann anruft. Da zieht sich das Argumentieren in die Länge. Ansonsten kann man nur staunen über ihren Einsatz bis hin zum in Trauer erschüttert wackelnden Kinn.

So ist diese schwarze Komödie im englischen Stil eines Sherlock Holmes nur zu empfehlen. Sie wechselt schnell die Szenen, baut Spannung auf und endet ganz anders als man denkt. Dazu hat sie viel Salz in der Suppe, was immer einer guten Regie zu verdanken ist: pfiffige Gesten am Rande, lustige Ideen.

THOMAS KNAUBER

(Weitere Aufführungen am 16. und 17., 23.und 24. sowie 30. und 31. März im «Roten Ochsen»)

© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

 

 
Der neue Tag, 03.03.2007
Betrug soll die große Not lindern
Troschenreuther Mundarttheater startet heute mit Bühnenstück "Jerry ist tot!" in die Frühjahrssaison
Troschenreuth. (sck) Siebenmal heißt es in den kommenden Wochen bis Ostern im großen Saal des Gasthofs "Zum roten Ochsen": "Jerry ist tot!". Mit diesem Stück startet das Troschenreuther Mundarttheater seine Frühjahrs-Aufführungsreihe.
Die Kriminalkomödie von Stefan Schroeder wurde von Wolfgang Hempfling, Vorsitzender des Troschenreuther Mundarttheater-Vereins und Regisseur dieser Inszenierung, in die oberfränkische Mundart übertragen. Der örtlichen Mentalität angepasst wurden teilweise auch die Namen, so dass man in den Nebenrollen auch eine Frau Himmlel und einen Herrn Himmel, gespielt von Karolin Buchfelder und Heiner Rupprecht, bewundern kann.

Geld wird knapp

Die Hauptrollen spielt jedoch das Ehepaar Magdalena und Jeremy "Jerry" Hauenstein, eine alternde Schauspielerin und ein Möchtegern-Playboy, gemimt von Beate Neukam und Wolfgang Hempfling. Mit steigendem Alter sinken die Erfolge der Beiden in ihrer jeweiligen Profession und so wird schließlich auch das Geld im Hause Hauenstein gewaltig knapp. Guter Rat ist teuer, die Not wird groß und größer, da fällt dem Paar Jerrys Lebensversicherung ein. Mit dem Geld aus der Versicherung hätten die Geldsorgen ein Ende. Doch dafür müsste Jerry tot sein. So ersinnen die Hauensteins die Verzweiflungstat: einen Versicherungsbetrug.

Die Zuschauer werden Zeugen der Entwicklung der Situation, wie dem Paar bei der Realisierung seines Plans bald die Fäden aus den Händen geraten und wie Kommissar Brown (Manfred Popp) bei der Aufklärung des Falles versucht, seinem tölpelhaften Assistenten Inspektor Hubble (Kilian Dettenhöfer) in die Grundzüge kriminalistischer Ermittlungsarbeit einzuführen.

Zur Premiere von "Jerry ist tot!" lädt das Mundarttheater Troschenreuth am heutigen Samstag, 3. März, um 20 Uhr in den Saal des Gasthofes "Zum Roten Ochsen" ein. Die weiteren Aufführungen am gleichen Ort zur gleichen Zeit finden in den darauf folgenden Wochen jeweils freitags und samstags am 16. und 17. März, am 23. und 24. März sowie am 30. und 31. März statt.

Der Vorverkauf läuft über Möbel Dettenhöfer in Pegnitz jeweils samstags von 9 bis 12 Uhr, im Gasthaus "Zum Roten Ochsen" in Troschenreuth von 16 bis 18 Uhr sowie an der Abendkasse. Außerdem besteht die Möglichkeit der Kartenvorbestellung im Internet über die Homepage: www.mundarttheater.de.
 
 
 
 
 
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